3. Verkehrslärm
 

 

3.1        Straßen- und Schienenverkehrslärm

Der motorisierte Individualverkehr (MIV) hat in den letzten Jahrzehnten ständig zugenommen. Bedingt durch die Wiedervereinigung sowie durch die Einführung des EG-Binnenmarktes im Jahr 1992 wird mit einem weiteren Anstieg des MIV gerechnet, sowohl bezüglich des Personen- als auch des Gütertransportverkehrs. Im Jahr 2005 erwartet man in der Bundesrepublik Deutschland über 45 Mio. zugelassene Fahrzeuge. Ferner ist von zunehmenden Fahrleistungen auszugehen.

Der Verkehr in der BRD ist mit einer Jahresemission von ca. 190 Mio. Tonnen (2000) ein wesentlicher Faktor bei der Erzeugung des problematischen Treibhausgases CO2, das zu über 50% zum Treibhauseffekt beiträgt.

Mit dem hohen Verkehrsaufkommen insbesondere in den Städten sind erhebliche Belastungen der Bürger durch Verkehrslärm und verkehrsbedingte Luftschadstoffe verbunden.

Sozialwissenschaftliche Untersuchungen aus dem Jahr 1989 ergaben, dass sich mehr als zwei Drittel der Bevölkerung durch Straßenverkehrslärm beeinträchtigt fühlen; jeder vierte bis fünfte fühlt sich stark belästigt, in Großstädten sogar jeder dritte bis vierte. Durch die Entwicklung der Trennung von Arbeiten und Wohnen in unseren Siedlungsräumen, speziell in den Ballungsgebieten, sind die Städte und Gemeinden täglich durch eine große Anzahl von motorisierten Pendlern zum Arbeitsplatz belastet. Deren Potential im Umkreis der Städte ist der Abbildung 3/2 zu entnehmen. Danach findet man die höchsten Motorisierungsgrade in den peripheren Bereichen der Großstädte und nicht in den Städten selbst. Gemäß dieser Abbildung beträgt der Motorisierungsgrad (Pkw pro 1000 Einwohner) in Stuttgart z.B. 460 bis 490, während er im Umland bei mehr als 520 liegt.

 

 

 

Abb. 3/1: Straßen- und Schienen-
verkehr
 

Abb. 3/2: Motorisierungsgrad in Deutschland, Quelle: BBR Bonn, 2000
 
Abb. 3/3: Entwicklung des Motorisierungsgrades in Deutschland, Quelle: BBR Bonn, 2000
           
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Städtebauliche Lärmfibel Online, Stand: 21.11.2007
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in Zusammenarbeit mit dem Amt für Umweltschutz Stuttgart