2. Grundlagen für die Planung
 

 

2.4.4     Lärmmessungen

2.4.4.3  Messgeräte und ihre Betriebsarten

Schallpegelmesser (Abbildung 2/12b) sind Geräte, die den Schall aufnehmen und weiterverarbeiten. Dabei werden häufig Geräte verwendet, die auf den Schall ähnlich wie das menschliche Ohr reagieren. Im Prinzip ist der Aufbau aller Schallpegelmesser gleich. Jedes System hat als Empfänger ein Mikrofon, dem verarbeitende Einheiten folgen, sowie eine Ausgabeeinheit. Der prinzipielle Aufbau ist in der Abbildung 2/12a wiedergegeben.

Im Mikrofon werden die ankommenden Schallwellen in elektrische Signale umgewandelt. Üblicherweise werden hierzu genau arbeitende Kondensatormikrofone eingesetzt. Da das Messsignal des Mikrofons sehr klein ist, wird es vor einer weiteren Verarbeitung verstärkt (Vorverstärker).

Auch schon einfache Geräte sind mit Filtern ausgestattet, die es erlauben, gehöhrrichtig zu messen. Da das Ohr in verschiedenen Schalldruckbereichen unterschiedlich reagiert (vgl. Abb. 2/3 ) wurden entsprechende Filter (A), (B), (C) und (D) entwickelt, die diesem Umstand Rechnung tragen. In der Praxis wird am häufigsten die A-Filterung (A-Bewertung) verwendet, die international normiert ist.

Nach einer weiteren Verstärkung des Signals erfolgt eine Quadrierung des Schalldruckes, was dazu führt, dass das Ergebnis der Schallenergie bzw. -leistung entspricht. Danach erfolgt eine zeitbe- wertete Mittelung, die dem Schallsignal angepasst ist (Zeitbewertung). Übliche in Geräten eingebaute Zeitbewertungen sind "Fast", "Slow", "Impuls" und "Peak".

Damit ist es möglich, die Messungen der Eigenart des Schalls anzupassen. Bei Verkehrs- geräuschen wird meist die Einstellung "Fast" verwendet. Das aktuelle Messergebnis wird in digitaler oder analoger Weise am Messgerät angezeigt (Anzeige des Momentanpegels). Wie schon gezeigt wurde (Kap. 2.4.2), ist zur Bewertung von Schallsignalen üblicherweise ein energetischer Mittelungspegel zu bilden (Mittelwertbildung). Auch dieser Pegel (Leq) kann am Messgerät angezeigt werden.

Für amtliche Messungen müssen Geräte der DIN EN 60651 bzw. DIN EN 60804 entsprechen und eine Zulassung der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt haben. Ferner sind diese Geräte regelmäßig nachzueichen (mit Erteilung eines Eichzertifikats). Es handelt sich dann um sog. Präzisions-Schallpegelmesser. Aber auch diese müssen zur Erlangung genauer Messergebnisse mit einem tragbaren akustischen Kalibrator (z.B. Pistonphon Abb. 2/13) bei jeder Messung überprüft und gegebenenfalls justiert werden.

Die im Handel erhältlichen Schallpegelmesser lassen sich in drei verschiedene Klassen einteilen:

Klasse I:

Messungen mit hohen Anforderungen an die Messgenauigkeit (z.B. Prüfung auf Richt- wertüberschreitungen)
 

Klasse II:

Messungen mit geringerer Anforderung an die Genauigkeit (z.B. Messungen deutlich unter Richtwerten)
 

Klasse III: geringe Messgenauigkeit, geeignet für Übersichts- und Vormessungen
 

Die Anschaffungskosten für Schallpegel-Messgeräte liegen im Bereich von ca. 200 € bis 20 000 €.

Die Auswahl der Messgeräte sollte dem jeweiligen Anwendungszweck angepasst sein. Wichtige Punkte, die es bei der Beschaffung zu beachten gilt, sind u.a.: Pegeluntergrenze, Pegelbereich- umfang, Mittelwertbildung, Pausentaste zur Ausblendung von Fremdgeräuschen bei der Messung, Stabilität und Feuchtebeständigkeit sowie evtl. Eichfähigkeit.

 

 

 

 

Abb. 2/12a: Blockschaltbild eines Schallpegelmessers
 

Abb. 2/12b: Modernes Schallpegel-
messgerät mit Mikrofon
 
Abb. 2/13: Pistonphon
           
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Städtebauliche Lärmfibel Online, Stand: 21.11.2007
© Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg
in Zusammenarbeit mit dem Amt für Umweltschutz Stuttgart