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2.4
Schalltechnische Grundlagen
Die Anwendung technischer
Richtlinien, Normen und amtlicher Vorschriften zum Lärmschutz erfordert
gewisse Grundlagenkenntnisse, welche über das in den Abschnitten
2.1 und 2.2 Ausgeführte hinausgehen. Zu behandeln sind insbesondere
die Maßzahl für den Lärm, seine rechnerische und messtechnische
Handhabung sowie seine Bewertung.
2.4.1
Lautstärkeskala
Wahrnehmungsbereich
des Ohres
Das menschliche Ohr
verfügt über einen Wahrnehmungsbereich für Schallschwingungen, deren
Frequenz zwischen etwa 16 und 20 000 Schwingungen pro Sekunde (Hertz)
liegt. In der Abbildung 2/3
wird dieser zwischen sehr hohen und sehr
tiefen Tönen liegende Frequenzbereich nach Sprache, Musik und sonstigen
Geräuschen unterschieden. Durch anklicken in der Abbildung
2/4
sind einzelne Frequenzen abzuhören.
Der Abbildung
2/3
ist
weiter zu entnehmen, dass der Hörbereich auch in Bezug auf den Schalldruck
eine untere Grenze, die sog. Hörschwelle, aufweist. Der Schalldruck
(genauer Schallwechseldruck) entspricht den Druckschwankungen der
Schallwellen und ist für die Lautstärkeempfindung maßgebend, denn
je größer diese Druckschwankungen ausfallen, desto mehr Energie
wird durch die Schallwellen übertragen. Oberhalb der Schmerzgrenze
ist das Hörereignis mit Schmerzempfindungen verbunden.
Dezibel-Lautstärkeskala
Die Werte der in Abbildung
2/3
für den Hörbereich angegeben Schalldrucke umfassen eine Skala,
welche zwischen 0,00002 Pascal (Pa) und 200 Pa über insgesamt 7
Zehnerpotenzen reicht, was die erstaunliche Wahrnehmungsleistung
des Sinnesorganes Ohr dokumentiert. Gleichzeitig wird deutlich,
dass eine auf den absoluten Schalldruck-Werten aufbauende lineare
Lautstärkeskala wegen der großen Spanne der Zahlenwerte äußerst
unzweckmäßig wäre.
Es wurde deshalb ein
logarithmischer Maßstab für die Lautstärkeskala festgelegt, der
zum einen zu zahlenmäßig überschaubaren Werten führt und zum
anderen der nichtlinearen Lautstärkeempfindung besser entspricht. Die am rechten Rand der Abbildung
2/3
aufgetragene Skala
beruht auf dem Schall(druck)pegel in Dezibel (dB = 1/10 Bel). Der
Hörschwelle ist (bei 2000 Hertz) der Schalldruck 2.10-5
Pa zugeordnet, was in der dB-Lautstärkeskala dem Schallpegelwert
0 dB entspricht. Am oberen Ende der Skala liegt die Schmerzgrenze
beim Schallpegelwert 140 dB der Schalldruck beträgt dann 200 Pa.
Bei Benutzung A-bewerteter Schallpegel liegt die Schmerzgrenze bei
120 dB(A).
Das Dezibel und die
Definition des Schalldruckpegels
Das nach einem amerikanischen
Ingenieur (1847-1922) benannte "Bel" ist keine physikalische
Einheit, sondern lediglich - wie der Begriff "Prozent"
- ein Kenn- oder Hinweiswort. Es besagt, dass eine physikalische
Größe (meist eine Leistung) als dekadischer Logarithmus des Verhältnisses
eines Wertes dieser Größe zu einer festgelegten Bezugsgröße dargestellt
wird. Das Ergebnis nennt man "Pegel".
Da sich die Schalleistung
proportional zum Quadrat des Schalldruckes verhält, bedeutet:
1 Bel = 10 dB : 10fache
Leistung oder 10facher Druck bzgl. 0 Bel.
2 Bel = 20 dB : 100fache
Leistung oder 10facher Druck bzgl. 0 Bel.
Mit dieser Erklärung ergibt
sich folgende Definition des Schalldruckpegels:

Dabei bedeuten:
Lp = Schalldruckpegel
p = Schalldruck (bei diesem Pegelwert)
p0 = Bezugs-Schalldruck
(normierte Hörschwelle = 2 10-5 Pa)
Eigenschaften der Schallpegelskala
Der absolute Schalldruck
steigt jeweils um das 10fache, wenn der Schallpegel um 20 dB zunimmt.
Einem Schalldruckverhältnis 1:2 entspricht der Schallpegelunterschied
6 dB.
Die Schalleistung (in
Watt) und die Schallintensität (W/m2) verzehnfachen sich in Schritten
von je 10 dB. Einem Leistungsverhältnis 1:2 entspricht der Schallpegelunterschied
3 dB.
Für Fragen des Schallschutzes
bedeutsam ist der Sachverhalt, dass die Lautheitsempfindung des
Menschen gleichfalls einer Potenzfunktion folgt, nach der eine um
den Faktor 10 erhöhte Schalleistung bzw. eine Schallpegelzunahme
um 10 dB als Verdoppelung der Lautheit empfunden wird. Dabei bezeichnet
man als "Lautheit" die Größe der subjektiven Lautstärkebeurteilung
(Angabe in "sone").
A-Bewertung
Das menschliche Ohr
empfindet Töne gleichen Schalldrucks je nach Frequenz (Tonhöhe)
unterschiedlich laut. Dies kann man gleichfalls aus Abbildung
2/3
am frequenzabhängigen Verlauf der Hörschwelle ablesen. So werden
hohe Töne vergleichsweise lauter empfunden als tiefe Töne. Um eine
wahrnehmungsgetreue messtechnische Erfassung von Geräuschen zu ermöglichen,
wird der Sachverhalt einer frequenzabhängigen Lautstärkeempfindung
in Lärmmessgeräten dadurch berücksichtigt, dass die auftretenden
Frequenzen des zu messenden Geräusches im Schallpegelmesser unter
Anpassung an das menschliche Hörorgan mit Hilfe von Filtern verschieden
stark gedämpft werden (vgl. Abschnitt
2.4.4).
Im vorliegenden
Zusammenhang ist lediglich das international verbreitete "A-Filter"
bzw. die A-Bewertungskurve der Abbildung 2/5 bedeutsam. Im folgenden
soll deshalb auch nur vom A-bewerteten Schallpegel mit der Kennzeichnung
dB(A) die Rede sein.
Auf entsprechend
gemessene Geräusche bezieht sich die Darstellung der Abbildung 2/6
mit einer Übersicht der bei Alltagsgeräuschen am Ohr des Betroffenen
auftretenden Schallpegel.
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